Kälte & Longevity


Dieser Beitrag beschreibt persönliche Erfahrungen und stellt keine medizinische Beratung dar.

Angefangen habe ich einer Zeit, wie mein Job mich fest im Griff hatte. Äußerlich betrachtet war ich präsent und engagiert, doch innerlich war ich gleichzeitig oft unruhig und erschöpft. Ich spürte, dass mein Körper etwas anderes braucht als ein Konzept und beschloss, meine Komfortzone zu verlassen und etwas Neues auszuprobieren.

Wie ich zum Eisbaden gekommen bin.

 

Ein Artikel über das Eisbaden, den ich in einer Fachzeitschrift gelesen hatte, gab mir den nötigen Impuls, mehr über die positiven Zusammenhänge von regelmäßigen Kaltwasseranwendungen für Körper und Geist zu erfahren. Ohne lange zu überlegen, machte ich mir gedanklich einen Plan, wie ich ab sofort morgens in den Tag starten werde. Mir war klar, dass mein Körper etwas Zeit benötigen wird, bevor ich mich in eiskalte Fluten stürze. Ich begann mit kleinen Schritten. Es fing damit an, morgens das Wechselduschen in meinen zeitlichen Ablauf einzubeziehen.

Ein paar Wochen übte ich so jeden Morgen mit den wechselnden Wassertemperaturen, bis ich schließlich das warme Wasser ganz wegließ und direkt morgens beim Betreten der Dusche den Hebel auf kalt einstellte. Zu dem Zeitpunkt fand ich mich schon großartig für meinen Mut, im Winter mit eiskaltem Wasser zu duschen. Was mich zu dem Zeitpunkt motiviert hat, war das Gefühl direkt nach dem Duschen. Trotz der Kälte, die das Wasser auf der Haut hinterließ, verspürte ich eine unbeschreibliche Freude, ein heißkaltes Kribbeln im ganzen Körper und auf meiner Haut. Mir wurde klar, ich will mehr davon!

Energie folgt der Aufmerksamkeit… und so wurde ich kurz darauf auf eine Gruppe aufmerksam, die sich regelmäßig am Wochenende trifft, um gemeinsam in die kalten Fluten einzutauchen. Ich meldete mich an und schon ein paar Tage später sollte es so weit sein. Es war ein Sonntagmorgen im Dezember, aus dem Himmel fiel nasskalter Schneeregen, das Thermometer zeigte frostige -1 Grad Außentemperatur an. Ich zog meine dicke Winterjacke an, warf meine Sporttasche auf den Rücksitz meines Wagens und los ging es. Während ich so über die Straßen fuhr, fragte ich mich innerlich, was das alles bringen soll, doch sofort meldete sich der mutige Anteil in mir zu Wort, der Teil in mir, der unbedingt wollte, dass ich diese Erfahrung sammele.

Am See angekommen wurde ich bereits von der Badetruppe erwartet. Ich zog mich fix um, warf mir meinen Bademantel über und schlüpfte in meine Badeschlappen und schon ging es los. Es folgten ein paar Sicherheitstipps von den Erfahrenen, wie zum Beispiel: „gehe nie allein Eisbaden, ruhig und gleichmäßig Atmen, höre auf deinen Körper, bei Unwohlsein kein Heldentum sondern raus aus dem Wasser!“ Alles klar dachte ich mir. So lief ich vorsichtig über den gefrorenen Rasen zum Steg, wo die anderen bereits dabei waren, ins Wasser zu gehen. Jetzt war ich an der Reihe. Langsam stieg ich Stufe für Stufe die Leiter in das kalte Nass hinunter.

Die Zeit schien plötzlich stillzustehen. Keine störenden Gedanken, einfach schwimmen und die kalte Dezemberluft langsam durch die Nase einatmen. Ich war hundertprozentig bei mir selbst. Ich war im Hier und Jetzt.

Was habe ich gelernt?

Ruhe bewahren, auch wenn es unangenehm wird. Nicht gegen meinen Körper arbeiten, sondern mit ihm. Ich betrachte das Eisbaden und Kälte- Temperaturreize nicht als extrem, sondern als Einladung. Eine Einladung, wieder Vertrauen in meine innere Regulation zu entwickeln. Grenzen klar zu spüren und dabei liebevoll auf die Signale des Körpers einzugehen.

Für mich ist Kälte kein Ziel, sondern ein Werkzeug. Ein sanfter Impuls, der mich daran erinnert, dass Longevity dort beginnt, wo wir uns selbst wieder ernst nehmen – achtsam, bewusst präsent.

Eisbaden ist kein Muss und erst recht kein Wettbewerb.

Das ist mir wichtig zu sagen:
Es muss nicht das Eisbaden sein, um von der Temperaturregulation zu profitieren. Eisbaden ist eine Möglichkeit, keine Pflicht.

So kannst du Kälte- Temperaturreize einfach in den Alltag einbauen:

  • Morgendliche Wechselduschen

  • Eisbäder für Hände und Füße

  • Frischekick: kaltes Wasser ins Gesicht

  • Bewusste Atmung bei Kälte: ruhiges tiefes Ein- und Ausatmen

  • Spaziergänge bei frischer Luft bewusst wahrnehmen

Wichtig dabei ist deine innere Haltung und die Regelmäßigkeit der Anwendungen.

Sanft eingesetzte Temperaturreize werden von vielen Menschen als unterstützend erlebt, zum Beispiel in Bezug auf:

  • den Umgang mit bewusster Atmung, dem Fokus und der Körperwahrnehmung

  • das eigene Nervensystem besser zu regulieren

  • das Gefühl von innerer Kraft und Selbstwirksamkeit zu stärken

Es geht um die Beziehung zu deinem eigenen Körper.

Hinweis: Wenn du Herz-Kreislauf-Erkrankungen, starken Bluthochdruck oder akute gesundheitliche Themen hast, braucht es vorher Rücksprache und einen sehr sanften Einstieg.

Longevity entsteht nicht durch Härte. Es geht vielmehr um die bewusste Beziehung zum eigenen Körper.

Mein Fazit

Eisbaden ist kein Trend. Es ist eine Einladung an dich, deinem Körper wieder zuzuhören. Ihm zu vertrauen und dich selbst bewusster zu führen.

Longevity beginnt nicht im Eis. Longevity beginnt in der Beziehung zu dir selbst.

Eisbaden ist nur ein Beispiel dafür, wie wir wieder in Kontakt mit unserem Körper kommen können. Wenn du dir wünschst, deinen eigenen Weg zu mehr Klarheit, Balance und Vitalität zu finden, begleite ich dich gern.

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